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Wiederholung aus Jgst. 11: Künstliches Neuron
Ein künstliches Neuron ist eine Funktion, die $n$ Eingabewerte $x_1, x_2, \ldots, x_n$ entgegennimmt und einen Ausgabewert liefert. Die genaue Funktion des Neurons wird bestimmt durch folgende Konstanten:
- $n$ Gewichte $w_1, w_2, \ldots, w_n$
- den Schwellenwert $\theta$ und
- die Aktivierungsfunktion, z,B. die Heaviside-Funktion $H(x)$.
Der Ausgangswert des Neurons berechnet sich (bspw. mit Heaviside als Aktivierungsfunktion) folgendermaßen: $$H(x_1\cdot w_1 + x_2\cdot w_2 + \ldots + x_n\cdot w_n - \Theta)$$
Die am häufigsten verwendeten Aktivierungsfunktionen sind:
Hier eine überblicksartige graphische Darstellung eines künstlichen Neurons:
Für Interessierte: Warum ist das künstliche Neuron so definiert?
- Um den Eingangswerten $x_1, x_2, \ldots, x_n$ verschieden hohe Bedeutung zuzumessen, werden sie mit den Gewichten $w_1, w_2, \ldots, w_n$ multipliziert: $x_1\cdot w_1 + x_2\cdot w_2 + \ldots + x_n\cdot w_n$
- Fasst man die Werte zu Vektoren $\vec{x} = (x_1\ x_2\ \ldots\ x_n)$ und $\vec{w} = \begin{pmatrix} w_1 \\w_2 \\ \vdots \\w_3 \end{pmatrix}$ zusammen, so kann man die gewichtete Summe als Skalarprodukt auffassen:
$x_1\cdot w_1 + x_2\cdot w_2 + \ldots + x_n\cdot w_n = \vec{x} \circ \vec{w}$
Dieses lässt sich mit modernen Prozessoren sehr schnell berechnen. - Der Schwellenwert $\theta$ modelliert, dass das Neuron erst ab einem bestimmten Wert "feuert".
- Die Aktivierungsfunktion hat die Aufgabe, die Ausgangswerte auf das Intervall $[0; 1]$ abzubilden, also zu normieren. Besonderer Bedeutung kommt der Sigmoid-Funktion zu, da sie stetig und differenzierbar ist und ihre Ableitung sehr leicht berechnet werden kann: $\sigma'(x) = \sigma(x)\cdot(1-\sigma(x))$
Beispiel 1: Erkennen der Baumart anhand von Höhe und Masse
Ausgewählte Eichen und Pappeln wurden vor dem Fällen vermessen und nach dem Fällen gewogen. Je Baum wurde ein Punkt ins rechts dargestellte Koordinatensystem gezeichnet.
Konstruieren Sie ein künstliches Neuron, das die Baumhöhe in m und die Masse in t als Eingabwerte entgegennimmt und eine 1 ausgibt, falls es sich um eine Eiche handelt und ein 0, falls es sich um eine Pappel handelt.
Lösung:
Wir zeichnen eine Grade ein, die die grünen und Roten Punktmengen möglichst gut voneinander trennt ("Trennlinie"). Sie geht durch die Punkte (2/0) und (8/0,5), kann also durch die Gleichung $$x_2 = x_1 \cdot \frac{0,5}{6} - \frac{1}{6}$$ beschrieben werden.
Multipliziert man beide Seiten der Gleichung mit 6 und bringt man alle Summanden auf die linke Seite, so erhält man:
$$-0,5 \cdot x_1 + 6\cdot x_2 + 1 = 0$$
Verwendet man für das Neuron die Heaviside-Funktion und als Parameter
$$w_1 = -0,5,\ w_2 = 6,\ \theta = -1$$
so liefert das Neuron den Wert 1, falls
$$w_1 \cdot x_1 + w_2\cdot x_2 - \theta \ge 0$$
(d.h. wenn der Wert "oberhalb" der Trennlinie liegt) und den Wert 0, falls
$$w_1 \cdot x_1 + w_2\cdot x_2 - \theta < 0$$
(d.h. wenn der Wert "unterhalb" der Trennlinie liegt).
Ein mögliches Neuron, das die Punktmengen der Testdaten gut trennt, ist also:




